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Albert Leiser, Direktor Hauseigentümerverbände Stadt und Kanton Zürich |
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| Vor allem eine neue Schikane | |
| Wer ist gegen lärmfreies Wohnen? Natürlich
keiner. Wenn der Stadtrat ankündigt, dass
er auf 39 Strassenabschnitten mit einer Länge
von 17 km neu Tempo 30 einführen will, kann
er sich daher sicher sein, bei den betroffenen
Anwohnern Applaus zu ernten. Allerdings sind
etliche der zu beruhigenden Strassen keine
Wohnzonen, so beispielsweise Talacker und
Bleicherweg oder die Löwenstrasse. Sieht man
sich den stadträtlichen Vorschlag genauer an,
wird denn auch deutlich, dass es primär gar
nicht um Lärmbekämpfung geht, sondern
vielmehr darum, den motorisierten Individualverkehr
langsamer und damit unattraktiver zu
machen. So sollen später auch die Quartierzentren,
überkommunale Strassen und nachts
gar flächendeckend Tempo 30 folgen. Insofern
stellt der Plan des Stadtrates ein weiteres
Puzzlestück in dessen Kampf gegen den Automobilverkehr
dar. Ich erinnere bloss an den
Kahlschlag bei den Parkplätzen. Bekanntlich zieht es immer mehr Leute vom ruhigen Land in die «lärmige» Stadt. Das deutet doch eigentlich darauf hin, dass das Lärmproblem nicht so akut ist. Zweifellos gibt es in der Stadt Strassen, die eine gewisse Beruhigung vertragen würden. Man kann aber nun mal nicht gleichzeitig eine pulsierende Stadt und ein verschlafenes Dorf sein. Entweder sagen sich hier Fuchs und Hase gute Nacht oder man lässt Spielraum für das, was eine Weltstadt ausmacht. Bevor man die Automobilisten unter dem Deckmantel der Lärmberuhigung weiter schikaniert, müsste man analysieren, wo sich Massnahmen wirklich aufdrängen und welcher Art diese Massnahmen sein sollten. Tempo 30 mag vielleicht die billigste Variante sein, die einzige ist es sicher nicht. Zu prüfen wären unter anderem auch Lärmschutzwände und Schallschutzfenster, wie sie ja teilweise bereits eingebaut worden sind. Leider stehen dem aber oft Denkmalpflege und Stadtentwicklung im Weg. Die starke Vergrösserung der Tempo-30-Zonen könnte sich überdies als kontraproduktiv erweisen. Denn wenn fast überall Tempo 30 gilt, gibt es keinen Grund mehr, Wohnquartiere zu meiden. Auch der öffentliche Verkehr würde übrigens verlangsamt, was ihm gewiss nicht zum Vorteil gereichen würde. Bezeichnenderweise haben sich die Verkehrsbetriebe bisher dagegen gewehrt. Ich bin dezidiert der Meinung, in den Hauptstrassen müsse der Verkehr fliessen können, während in den Wohnquartieren in Bezug auf Verkehrslärmberuhigung höhere Ansprüche berechtigt sind. Aufgrund der nationalen Vorgaben werden gewisse Lärmschutzmassnahmen vorgenommen werden müssen. Das muss jedoch nach einer differenzierten Analyse und ohne ideologische Hintergedanken geschehen. |
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| Albert Leiser | |
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